Mittwoch, 7. Oktober 2026
Wirtschaft27. Juni 2026

AMS-Chefin Draxl betont die Bedeutung älterer Arbeitskräfte

AMS-Chefin Gerlinde Draxl setzt sich für die Integration älterer Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt ein. Sie fordert, die Potenziale von Menschen über 60 Jahren besser zu nutzen.

Von Felix Braun27. Juni 2026, 03:332 Min Lesezeit

MAINZ, 27. Juni 2026 — Eigener Bericht

Ich bin überzeugt, dass ältere Menschen eine wertvolle Ressource für den Arbeitsmarkt sind. Gerlinde Draxl, die Chefin des Arbeitsmarktservice (AMS) in Österreich, hebt immer wieder hervor, dass auch Menschen über 60 Jahre zur Arbeitskraft zählen. Dies ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der ökonomischen Vernunft. In Anbetracht des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels müssen wir die Talente und Erfahrungen älterer Arbeitnehmer stärker nutzen.

Ein Grund, warum die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer wichtig ist, ist ihre umfangreiche Berufserfahrung. Menschen über 60 bringen oft jahrzehntelange Kenntnisse mit, die sie in verschiedenen Positionen und Branchen gesammelt haben. Diese Erfahrungen können für jüngere Mitarbeiter von unschätzbarem Wert sein, da sie nicht nur Fachwissen, sondern auch Soft Skills wie Teamarbeit und Problemlösungskompetenz beitragen. Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer einstellen, profitieren oft von einem ausgeglicheneren Team, in dem verschiedene Perspektiven und Ansätze aufeinandertreffen.

Ein weiterer Aspekt ist die Stabilität, die ältere Arbeitnehmer in ein Unternehmen bringen. Sie tendieren dazu, weniger häufig den Arbeitsplatz zu wechseln, was für Firmen sowohl in Bezug auf die Kosten als auch auf den Wissensaufbau vorteilhaft ist. Die Unternehmenskultur kann von der Anwesenheit von Mitarbeitern mit längerer Dienstzeit profitieren, da diese oft als Mentoren fungieren und die Loyalität anderer Mitarbeiter fördern. Dies führt zu einem positiven Arbeitsumfeld, das die allgemeine Produktivität steigert.

Kritiker könnten argumentieren, dass ältere Arbeitnehmer möglicherweise Schwierigkeiten haben, sich an neue Technologien oder Arbeitsmethoden anzupassen. Diese Bedenken sind nicht unbegründet, denn der technologische Wandel schreitet schnell voran. Doch gerade hier gibt es Lösungen. Durch gezielte Schulungsprogramme können ältere Arbeitnehmer in die Lage versetzt werden, mit neuen Technologien Schritt zu halten. Zudem haben Studien gezeigt, dass viele ältere Arbeitnehmer sehr wohl bereit sind, sich weiterzubilden und ihre Fähigkeiten zu erneuern. Damit wird das Potenzial dieser Gruppe nicht nur erhalten, sondern sogar gesteigert.

Insgesamt ist die Botschaft, die Gerlinde Draxl vermittelt, klar: Ältere Menschen sind keine Last, sondern eine Bereicherung für den Arbeitsmarkt. Wir sollten die Fähigkeiten und das Wissen dieser Gruppe nutzen, anstatt sie aufgrund ihres Alters aus dem Arbeitsleben zu drängen. Es ist an der Zeit, die Barrieren abzubauen, die Menschen über 60 davon abhalten, eine aktive Rolle in der Arbeitswelt zu spielen. Der Arbeitsmarkt kann nur dann florieren, wenn er die Vielfalt und das Potenzial aller Generationen anerkennt und schätzt.

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